Die
Anglikanische Gemeinschaft versucht noch immer den Zerfall der eigenen Kirche abzuwenden (alter bp-Bericht darüber
hier). Ob ihr das gelingt, könnte sich in den nächsten Wochen bei der alle zehn Jahre stattfindenden Vollversammlung der anglikanischen Bischöfe (die so genannte
Lambeth-Konferenz) zeigen. Im Vorfeld wurde die - vor allem durch die Weihe eines homosexuellen Bischofs in den USA entstandene - Krise der Anglikaner von der Church of England noch verschärft, indem sie die Weihe von weiblichen Bischöfen zuließ.
Dieser und
dieser Bericht geben einen kurzen Überblick der kritischen Lage (die FAZ charakterisiert augenzwinkernd: "
Die Synode der „Church of England“, jene durch königlichen Trotz eher denn durch Bekennermut ihrer Gläubigen zustande gekommene Gemeinschaft [...]").
Tuesday, July 8. 2008 at 22:12 (Reply)
Übrigens: Heinrich VIII. wollte eben keine Scheidung (gibt's im Katholizismus ja nicht), sondern die Annullierung seiner Ehe - wobei er auch nicht davor zurückschreckte, zu dessen Argumentation das Intimleben seiner selbst und seiner Frau öffentlich auszubreiten...
Thursday, July 10. 2008 at 17:15 (Link) (Reply)
hat die RKK damals die aufnahme ganzer gemeinden verweigert oder warum war das nicht möglich?
ich könnte mir vorstellen, dass bei den afrikanischen und einigen US-amerikanischen gemeinden diese option (beitritt zur RKK) diskutiert wird, sollten sie mit offenen armen empfangen werden.
Monday, July 14. 2008 at 12:38 (Reply)
Was die Spaltung betrifft, so muss ich sagen, ich denke, es trägt vielleicht zur Klärung bei. Wir dürfen uns nichts vormachen: In den USA ist die Spaltung quasi bereits vollzogen, die Gemeinden, die mit der Linie der Führung der Episkopalkirche nichts anfangen können, haben das Schiff bereits großteils verlassen.
Übrigens hat meines Erachtens der liberale Anglikanismus mittelfristig keine Zukunft. Sobald die Kirche von England ihren staatskirchlichen Status verliert, wird wohl enorm viel wegbrechen - und auch unabhängig davon: wer braucht denn so ein Christentum, das von gepflegter Esoterik nicht zu unterscheiden ist?
Thursday, July 17. 2008 at 17:39 (Link) (Reply)
"wer braucht denn so ein Christentum, das von gepflegter Esoterik nicht zu unterscheiden ist?"
da hast du natürlich auch wieder recht. warten wir mal ab, wie es sich für die anglikanische gemeinschaft entwickelt.
Friday, July 18. 2008 at 16:16 (Reply)
Nein, das sicher nicht, weil entgegen dem allgemein vorherrschenden Bild die "katholischen" Anglikaner ("High Church") eine Minderheit in der Anglican Communion bilden. Die meisten traditionellen Anglikaner sind eher reformiert-protestantisch orientiert ("Low Church") - die behalten sicher ihre Eigenständigkeit und werden wohl die Zukunft des Anglikanismus als Anglikanismus bilden.
Wednesday, July 9. 2008 at 09:28 (Link) (Reply)
Thursday, July 10. 2008 at 17:17 (Link) (Reply)