Geert Wilders "Fitna" ist so wie man es erwarten konnte. Provokant, polemisch, vereinfachend und verallgemeinernd. Und damit ist dieser Film ziemlich nutzlos. Leider, denn natürlich sind einzelne Informationen, die er nutzt, in der Sache richtig und zum Teil anprangernswert. Die Kombination und das Resümee sind aber ziemlich unbrauchbar. Vor allem für die Verständigung und die wirkliche kritische Auseinandersetzung. Und für die Sache der rechtlosen, bedrängten und verfolgten Minderheiten in den islamischen Ländern, womit ich natürlich in der Hauptsache die Christen dort meine, aber auch andere religiöse Gruppierungen, Frauen, Intellektuelle, Homosexuelle, Demokraten, Sozialisten etc.
Seine Wirkung auf
Medien und
Politik hat Wilders mit seinem Film indes nicht verfehlt, auch wenn es vor allem distanzierende und relativierende Worte sind, verbunden mit der Warnung, dass sich nun die Anschlagsgefahr in Europa verstärkt habe (was einer gewissen Ironie nicht entbehrt).
Aus christlich-evangelikaler Sicht gibt es nun zwei mögliche Reaktionen, wie man mit diesem Film umgehen kann:
Entweder man stimmt ein in die - ich würde sagen - klassische Position, die den Film zwar als hart, aber im Grunde schon wahr einschätzt, weil die Unterwanderung Europas durch den Islam endlich mal beim Namen genannt wird (meistens in dieser Kombi: "Der Islam und die Schwulenlobby unterwandern unsere Gesellschaft") und zudem klipp und klar erklärt wird, dass der Koran ein Buch voller Gewaltaufrufe ist.
Oder die - in Ermangelung eines guten Namens - nicht ganz so klassische Posiition, die diesen Film als Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Islam nicht akzeptieren kann, weil er Fronten schafft, die unnötig sind, und damit den Geschwistern in den islamischen Ländern das Leben und die Mission erschwert, weil dieser Angriff eines Nicht-Christen trotzdem wieder als christlicher Angriff missverstanden wird.
Die Islamisierung Europas vorzuschieben ist übrigens ein äußerst schwaches Argument für diesen Film, ist sie doch eine billige, rechtfertigende Ausrede dafür, dass wir unseren eigenen Missionsbefehl für Europa fast vergessen haben und uns lieber konsumierend zurücklehnen und anderen dafür die Schuld zuschieben.
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