Auch auf die Gefahr hin, dass das Blog-Niveau ein wenig nach unten rutscht: Warum drehen vor allem US-amerikanische Christen und Menschen, die den US-Evangelikalen nahe stehen immer gleich durch, und zitieren den Niedergang der Gesellschaft, wenn sie Möpse in Filmen oder Fernsehen sehen (ganz unabhängig von der natürlich beängstigend voranschreitenden Sexualisierung der Gesellschaft)?
Und warum ist das dann nicht wenigstens auch bei Filmen mit z. T. exzessiver Gewaltdarstellung ebenfalls der Fall? Da geschieht sogar meist das Gegenteil: Freudige Entzückung, Fankult und die auf elterlicher Verfügung angeordnete Wohnzimmer-Herabsetzung der FSK-Alterseinstufung. Damit die Kinder auch möglichst früh wissen, welche Lieblingsfilme und Helden in der Familie zählen.
Also, das habe ich nie verstanden. Gewalt ist okay, Möpse nicht. Zu viel Möpse sind sicher auch ein großes Problem unserer Welt, aber Gewalt ist es noch viel mehr.
Ganz ehrlich: Mir ist es lieber die Leute bekommen Möpse zu sehen und haben Sex, als dass sie sich gegenseitig abschlachten oder Gewaltverbrechen begehen.
Monday, February 18. 2008 at 21:47 (Link) (Reply)
Da wird bei CSI auf dem Seziertisch oder bei den Verbrechen ganz schön viel gezeigt. Letztens bei CSI NY hat man sogar ne zersägte Frau gesehen.
Aber wehe, wehe sekundäre Geschlechtsmerkmale könnten zu sehen sein. Bei "Dr. House" wurde nichtmal eine Mammographie gezeigt. Die Frau stand da mit einem Laken bei der Untersuchung. Der totale Witz.
Das kann ich einfach nicht nachvollziehen. Womit ich nicht sagen will, dass ich blanke Brüste im Fernsehen gut finde.
Monday, February 18. 2008 at 22:49 (Link) (Reply)
Aber nur wenn sie es sich vorher von Kirche oder Gemeinde haben absegnen lassen
Ich gebe dir aber Recht, die US-amerikanische Beurteilung von Filmen und vielem anderen ist reichlich seltsam. Allerdings sind sie nicht die einzigen, denn da war doch vor ein paar Tagen dieser Fall bei der britischen U-Bahn-Gesellschaft. Die wollten ein Plakat mit einem uralten Gemälde der Venus nicht zeigen, weil es zuviel Nacktheit enthält.
Monday, February 18. 2008 at 23:00 (Link) (Reply)
Tuesday, February 19. 2008 at 17:50 (Link) (Reply)
Tuesday, February 19. 2008 at 22:01 (Reply)
Aber im Ernst: ich glaube, in Amerika ist halt die "meine Waffe gehört mir"-Perspektive einfach sehr stark, besonders unter den Konservativen, und da gehört eine Spur gepflegte Gewaltverherrlichung einfach dazu. Es ist ja aber auch so, dass die extreme Gewalt, die wir in Filmen zu sehen bekommen, wir im realen Leben wohl nie so erleben werden (reale Gewalt ist zudem meistens sehr anders als glorreiche Filmschießereien und so).
Sexualität ist hingegen ein Thema, das einfach alle betrifft, und zudem ja etwas Heiliges. Dessen Trivialisierung ist daher umso schmerzhafter und letztlich auch nicht minder gefährlich - vor allem auch, weil die Trivialisierung der Sexualität unmittelbarer auf das Leben einwirkt als die Darstellung von Action-Gewalt.
Wednesday, February 20. 2008 at 11:36 (Link) (Reply)
"Aber nur wenn sie es sich vorher von Kirche oder Gemeinde haben absegnen lassen"
natürlich.
@wegbegleiter:
viele us-evangelikale haben mit sinnlichkeit so viel zu tun wie eine kettensäge. aber auch deutsche evangelikale und pietisten sind oft alles andere als sinnlich. - dein buch ist auch sinnlich? dann bin ich mal drauf gespannt ...
@petra:
schön, ein kommentar von dir.
das mit den darstellungen von nackten und enthaupteten märtyrerinnen (mit blutfontäne!) fand ich bei cranach immer sehr spannend zu sehen.
ansonsten hast du vermutlich recht. die gewaltdarstellungen in braveheart und gladiator sind eben kaum vergleichbar mit der allgegenwärtig propagierten nacktheit. allerdings nimmt die trivialisierung von gewalt auch sehr zu, auch und gerade auf den schulhöfen. dazu tragen dann vor allem "coole", übermäßig gewalttätige actionfilme bei, mit denen irgendwie niemand in den usa ein problem zu haben scheint.