Es ist sehr schade, dass die einzige christliche Position, die in der Öffentlichkeit noch als "radikal" wahrgenommen wird,
die Sache mit dem Sex ist. Ist wohl so in einer voll durchsexualisierten Welt, in der alles irgendwie nackt ist. Da fehlt die Vorstellungskraft für das Besondere am Sexuellen, und für den Wert von Verzicht und Geduld.
Aber irgendwie wird dabei immer ein anderes, viel wichtigeres und zentraleres Element des christlichen Glaubens völlig an den Rand gedrängt und kaum noch wahrgenommen: Die bedingungslose Feindes- und Nächstenliebe, die eigentlich viel "radikaler" ist, gerade heute.
Woran liegt das? Vielleicht weil wir Christen das nicht mehr kompromisslos genug praktizieren? Oder muss man einfach akzeptieren, dass die unterschiedlichen christlichen Themen je nach Zeitgeist an kultureller Relevanz hinzugewinnen oder verlieren?
(
Anmerkung: Das Thema Sex wurde in diesem Blog bisher noch nicht behandelt. Dieser Beitrag ist also quasi ein - leicht konfuser - Tabubruch.)
Sunday, March 25. 2007 at 00:57 (Link) (Reply)
Wobei man Leute wohl noch immer vor den Kopf stoßen kann, wenn man bekennt: "Ich bin Christ. Ich muss immer und jedem vergeben! Selbst wenn mein Kind oder meine Mutter umgebracht wurde!" Schließlich hat man sich ja schon daran gewöhnt, Vergebung als Ein-Wort-Ausdruck für "ist ja nicht so schlimm" oder "du kannst ja nichts dafür" zu verwenden...
Und die ganz einfache Antwort ist natürlich: Leute denken viel lieber an Sex als an ihre Feinde...
Tuesday, March 27. 2007 at 09:32 (Link) (Reply)
vergeben zu "müssen" macht auch besonders viel freude.
"Und die ganz einfache Antwort ist natürlich: Leute denken viel lieber an Sex als an ihre Feinde... ;-)"
das kann ich gut nachvollziehen. - ups, jetzt hab ich mich wohl geoutet.
Sunday, April 1. 2007 at 09:11 (Link) (Reply)
Na ja, auf lange Sicht eigentlich schon....
Wie sagte der Herr: "Seid vollkommen, wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist."
Monday, April 2. 2007 at 17:48 (Link) (Reply)
Thursday, April 5. 2007 at 09:34 (Link) (Reply)
Würde sagen, das ist eigentlich der Beginn und nicht das Ende der Vergebung... Wir können ja überhaupt nur durch die Gnade Gottes wirklich vergeben, nicht aus eigener Kraft.
Mutter Teresa hat übrigens gesagt, dass mann nicht nur "vergeben" sondern auch "vergessen" (im Sinne von: das Herz von Ressentiments und Nachtragerei reinigen) muss. Sonst bleibt Vergebung wirklich bloß ein Wort.
Saturday, April 7. 2007 at 17:58 (Link) (Reply)
das hast du gut gesagt, und zeigt, dass meine vorigen gedanken zu kurz gegriffen waren.